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Ulrike Beyler: Traumberufe mit Fremdsprachen. Anforderungen für den Berufseinstieg. Redline Verlag, München 2011.
239 Seiten.
ISBN 978-3-636-01581-5
17,90 €
„Weiß ich nicht genau, irgendwas mit Sprachen...“ Wenn Sie auf die Frage nach Ihrem Berufswunsch diese Antwort geben, dann gehören Sie zur Zielgruppe des Buchs von Ulrike Beyler über „Traumberufe mit Fremdsprachen“. Jungen Menschen, die ihr Interesse für Fremdsprachen zur Profession machen wollen, möchte das Buch dabei helfen, einen Beruf zu finden, der ihren Erwartungen, Neigungen und Fähigkeiten entspricht.
Die Autorin folgt dabei chronologisch den Entscheidungen, die Sprachinteressierte zu treffen haben: Welche Sprache sollte man lernen? Wie lernt man am besten? Wie erwirbt man solide Sprachkompetenz? Welche Berufe gibt es? Welcher Beruf ist am besten für mich geeignet? Wie schafft man den Berufseinstieg?
Im Zentrum des Buchs steht die Beschreibung von 30 Berufen, bei denen die Anwendung von Fremdsprachen zum Kern der Tätigkeit gehört, und für die eine besondere Sprachbegabung erforderlich ist. Außen vor bleiben Beschäftigungen, bei denen Fremdsprachen nur eine Zusatzqualifikation sind. Tatsächlich bleibt auch so eine verblüffende Vielfalt von Berufsbildern übrig; verblüffend, weil der Leser vermutlich von vielen dieser Berufe noch nie etwas gehört hat.
Klar, man hat eine Vorstellung davon, was ein Literaturübersetzer oder eine Fremdsprachenkorrespondentin so tun. Aber wissen Sie auch, was ein Markensachbearbeiter oder ein Terminologe ist? Wussten Sie, dass es Untertitler oder Proofreader jeweils als eigenständigen Beruf gibt?
Vorgestellt werden der berufliche Alltag, die persönlichen und fachlichen Anforderungen, Ausbildungswege und Möglichkeiten zum Berufseinstieg. Oft weist die Autorin auch auf besondere Schwierigkeiten hin, was dem Praxiswert der Darstellung zugute kommt: Dass ein Literaturübersetzer im Durchschnitt nur 1000 € brutto verdient, sollte man vielleicht wissen, bevor man sich für diesen Beruf entscheidet. Abgerundet werden die Berufsprofile durch Hinweise auf Netzwerke, Adressen und Internetseiten. Das alles liest sich vor allem auch deshalb sehr flüssig, weil häufig Alltagsberichte und Tipps von erfahrenen Berufspraktikern eingeschaltet werden, die weitergehende Einsichten in die Berufswirklichkeit ermöglichen.
Bei Gesamtbetrachtung der Berufe entsteht ein Kaleidoskop der Globalisierung – wir erkennen anhand des Bedarfs an Spezialisten, wie vielfältig die Fäden sind, die die Sprachräume mittlerweile verbinden.
Den Abschluss des Buchs bildet ein ausführliches Kapitel zur Berufswahl. Hier soll der Leser schrittweise und systematisch seine eigenen Neigungen und Fähigkeiten erkunden, um seinen „Traumberuf“ zu finden. Das ist überhaupt ein Leitmotiv des Buchs: Immer soll man die eigenen Persönlichkeitsmerkmale und Erwartungen mit den Anforderungen der einzelnen Berufe abgleichen – diese werden oft wie Checklisten dargeboten.
Das kommt manchmal etwas schematisch daher. Gibt es denn das überhaupt: den einen „Traumberuf“ fürs ganze Leben? Erwartungen ändern sich, Berufsbilder auch, und sogar Persönlichkeitsmerkmale sind nicht unwandelbar. Die Wege durchs Berufsleben sind oft krumm und können überraschende Wendungen nehmen. Aber wenn man vor der allerersten Berufswahl steht, ist man vermutlich mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zur – vorläufigen – beruflichen Selbstfindung gut bedient.
Hingewiesen werden soll noch auf die leserfreundliche Gestaltung des Buches. Das klare Seitenbild wird aufgelockert durch optische Hervorhebungen: Kästen, Icons, Tabellen, Zwischenüberschriften. Der Inhalt lässt sich so leicht überblicken und erfassen; Informationen, die einen besonders interessieren, sind schnell aufzufinden.
Alles in allem ein gelungenes Buch, das sich mit Gewinn an einem Wochenende durcharbeiten lässt.
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