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Arbeiten in den Niederlanden?




Deutsche und Niederländer

Was wissen die Deutschen über die Niederlande? Die Holländer, wie wir sie gerne nennen, sind begeisterte Fußballfans, züchten Gentomaten, fahren im Sommer in Wohnwagenkonvois über die deutschen Autobahnen und lassen keine Gelegenheit aus, den Deutschen eins auszuwischen. Ach ja, Windmühlen und Tulpen, Dünen und Coffieshops sollten unbedingt erwähnt werden.

Das alles klingt nach einem ziemlich krampfhaften Versuch, den Niederländern ihre Schublade zuzuweisen. Vielleicht gibt es für diesen Krampf einen einfachen Grund: Eigentlich fällt uns an unseren nordwestlichen Nachbarn gar nichts Exotisches auf. Anders als Italiener, Franzosen, Briten und Spanier erscheinen uns die Holländer nicht wirklich als fremd. Sie sprechen oft deutsch mit uns, haben ganz ähnliche Umgangsformen und Gewohnheiten, ihre Städte und Dörfer unterscheiden sich äußerlich nicht wesentlich von denen in Nordwestdeutschland, Lebensstandard und Lebensstil sind vergleichbar, im Urlaub steuern sie die gleichen Reiseziele an.

Tatsächlich haben Deutsche und Niederländer eine lange gemeinsame Geschichte, in deren Verlauf sie sich nach Kräften wechselseitig beeinflusst haben. Viele Jahrhunderte lang waren auch die Niederlande Teil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation - und zwar nicht irgendein Teil, sondern einer der wirtschaftlich höchstentwickelten mit einer entsprechenden Ausstrahlung auf Norddeutschland und das Rheinland. 1648 traten die Niederländer quasi aus Deutschland aus; an den engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu den deutschen Regionen änderte das nichts. Im Gegenteil: Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein wurden niederländische Wirtschaft, Technik, Militär- und Staatsorganisation vorbildlich für das ganze protestantische Deutschland. Umgekehrt war Deutschland für die Niederlande das lebenswichtige wirtschaftliche Hinterland und zentraler Absatzmarkt für die Produkte, die die holländischen Global Player aus Übersee heranschifften oder im Land herstellten. Das ist noch heute so.

Einen tiefen Einschnitt in der Geschichte dieser deutsch-holländischen Symbiose stellt erst der Zweite Weltkrieg dar. Der deutsche Überfall und die anschließende Besetzung schockten die niederländische Gesellschaft nachhaltig und führten nach dem Krieg zu heftigen Abgrenzungsreaktionen gegenüber Deutschland. Mittlerweile sind Deutsche und Niederländer wieder näher aneinander herangerückt – gemeinsame politische Interessen im vereinigten Europa und mal wieder die Wirtschaft, nicht zuletzt zahllose persönliche Kontakte haben dazu geführt, dass der niederländische Deutschenhass nur eine Episode blieb. Das Verbindende der gemeinsamen Geschichte ist letztlich stärker als das Trennende.

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich einige kulturelle Unterschiede. Dem deutschen Betrachter fällt vielleicht eine typische Mischung aus Effizienz und Lockerheit auf. Die Niederlande sind eines der Mutterländer des globalisierten Kapitalismus – wirtschaftliche Tüchtigkeit steht als Wert seit Jahrhunderten hoch im Kurs. Die starke protestantische Prägung hat ein Übriges getan, um dieses Leistungsethos in den Köpfen zu verankern. Auf der anderen Seite standen die holländischen Kaufleute seit jeher in Kontakt mit Handelspartnern in der ganzen Welt. Daher sind die Niederlande ein sehr weltoffenes Land, und Toleranz gegenüber anderen Weltanschauungen und Lebensstilen ist ein Kernwert der niederländischen Gesellschaft.

Die kulturelle Nähe in Verbindung mit der starken Wirtschaft machen die Niederlande zu einem idealen Zielland für Menschen, die nicht nur aus touristischen Gründen ein bisschen im Ausland jobben möchten, sondern nach einer ernsthaften beruflichen Perspektive suchen. Die Einkommen sind zwar im Durchschnitt etwas niedriger als in Deutschland, dafür zahlt man aber auch deutlich weniger Steuern und Abgaben. Die Lebenshaltungskosten sind in etwa vergleichbar. Die Arbeitsatmosphäre ist oft entspannter als bei uns, wovon man sich aber nicht täuschen lassen darf: Disziplin und Effizienz sind Grundlagen des holländischen Wirtschaftserfolgs. Nur wo diese Werte verinnerlicht sind, kann man sich kooperativen Führungsstil und flache Hierarchien leisten…

Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Wirtschaftlich sind die Niederländer nicht ganz so gut durch die Weltfinanzkrise gekommen wie Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist zwar etwas höher als bei uns, die Arbeitslosigkeit aber auch (Mitte 2017: Niederlande 4,7% - Deutschland 3,7%). Mit der Globalisierung verbindet man in den Niederlanden aber nach wie vor eher Chancen als Probleme. Kein Wunder, verdankt sich doch der Wohlstand hier schon seit Hunderten von Jahren der internationalen Ausrichtung der niederländischen Wirtschaft. Die Niederländische Ostindien-Kompanie, die seit 1602 den europäischen Handel mit Ostasien dominierte, ist gleichsam das Urbild aller modernen Weltkonzerne. So ist denn die niederländische Wirtschaft stark exportorientiert und verzeichnet regelmäßig hohe Außenhandelsüberschüsse. Wichtigster Handelspartner ist Deutschland.

Zahlreiche niederländische Unternehmen sind denn auch heute Weltspitze: Philips, ABN Amro, Aegon, Royal Dutch/Shell, Unilever und Reed-Elsevier seien exemplarisch genannt. Aber auch zahlreiche außereuropäische Konzerne haben ihre Europazentrale in den Niederlanden – z.B. Hewlett Packard, Canon, Microsoft und Toshiba.

Rückgrat der Wirtschaft sind aber die mittleren und kleinen Unternehmen, etwa in den Branchen Petrochemie, Maschinenbau, Software und Lebensmittelerzeugung. Große Bedeutung hat – bekanntermaßen - die niederländische Agrarwirtschaft, die stark exportorientiert ist. Aber vor allem im Dienstleistungssektor sind die Niederländer sehr stark: Logistik und Finanzdienstleistungen sind hier besonders zu nennen.

In den vergangenen Jahren konnten in einigen Branchen viele offene Stellen nicht besetzt werden.  Baugewerbe, Industrie, öffentliche Verwaltung sowie Gesundheits- und Pflegebranche sind hier besonders betroffen. Auch Akademiker haben prinzipiell gute Aussichten – hier besonders Ingenieure, Informatiker und Betriebswirte.

Sprache

Noch kurz zur Sprache. Sehr viele Niederländer sprechen sehr gut Englisch, viele auch Deutsch. Wer in den Niederlanden arbeiten will, muss aber in der Regel Niederländisch sprechen – allenfalls für hoch qualifizierte Spezialisten bei internationalen Konzernen kann unter Umständen Englisch ausreichen. Das ist aber eigentlich kein großes Problem:  Niederländisch ist dem Deutschen sehr nah verwandt, und als deutscher Muttersprachler kann man die Sprache vergleichsweise schnell lernen – schneller noch als Englisch.

 

 

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